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Veranstaltungsberichte

Die Agenda 2030 – Nachhaltigkeit ganzheitlich, global und lokal denken

Veranstaltungsbericht: Seminar zum Thema "Agenda 2030" in der Villa La Collina, Cadenabbia

In der Tagung "Die Agenda 2030 – Nachhaltigkeit ganzheitlich, global und lokal denken" vom 26. bis 30. Juni 2022 wurden nicht nur ein Blick auf die Agenda 2030 und ihre 17 Nachhaltigkeitsziele geworfen, sondern auch aktuelle Herausforderungen unserer multilateralen Weltordnung diskutiert.

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Der Begriff der Nachhaltigkeit wird nahezu überall als Qualitätsmerkmal verwendet: nachhaltige Ent-wicklung, nachhaltige Landwirtschaft, nachhaltiger Tourismus u.a.m. Aber was ist das denn eigentlich: Nachhaltigkeit? Und welche Rolle spielt die globale Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen dabei? Alles Fragen und Themen, die neben einem Blick auf die aktuelle Situation unserer multilateralen Weltordnung im mehrtägigen Seminar zum Thema „Die Agenda 2030 – Nachhaltigkeit ganzheitlich, global und lokal denken“ in der Villa La Collina, Konrad Adenauers ehemaliger Ferienresidenz, behandelt wurden.

Dr. Olaf Wientzek, Leiter des Multilateralen Dialogs der Stiftung in Genf, stellte zunächst den Begriff des Multilateralismus in den Fokus seines Vortrages. Im Mittelpunkt standen hierbei die herausfordernde Konsensfindung zwischen vielen Akteuren mit einem unterschiedlichen Wertekanon sowie die Charakteristika multilateraler Organisationen. Auf großes Interesse stieß Herr Dr. Wientzeks Erläuterung zur WHO, die nur 16 % ihrer Finanzmittel zur freien Verfügung habe, was insbesondere während der Corona-Pandemie zu große Schwierigkeiten führte. Weiter widmete sich der Referent generellen Entwicklungen der multilateralen Zusammenarbeit, wobei er verschiedene Thesen vorstellte. U.a. standen vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine die Fragen „Was sind Grundlagen der Zusammenarbeit?“ und „Was sind gemeinsame Grundlagen über Menschenrechte?“ im Blickfeld, da dies die Diskursmacht des sog. „freiheitlich-demokratischen Lagers“ unter Druck stelle. Ein hervorstechendes Fazit war die zunehmende Multipolarität in der internationalen Entscheidungsfindung und die damit einhergehende Schwierigkeit, verlässliche und dauerhafte (Abstimmungs-)Partner zu finden, um seine Interessen durchzusetzen. Grundsätzlich sollten Deutschland als auch die Europäische Union aus Eigeninteresse heraus einen wertebasierten Ansatz der internationalen Zusammenarbeit verfolgen und einen kritisch-konstruktiven Blick bei der Findung von Verbündeten beibehalten.

Die Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen bildete den Kern der Vorträge von Moritz Fink, Referent für Globale Gesundheit aus der Abteilung Agenda 2030 der Stiftung. Anknüpfend an das Themengebiet multilaterale Ordnung wurde zunächst der Begriff der „Nachhaltigkeit“, der den Ausgleich zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem beschreibt, geklärt, bevor der Umsetzungsstand der Agenda 2030 den Seminargästen nahegebracht wurde. Insbesondere die west- und mitteleuropäischen Staaten traten hier deutlich mit einem hohen Umsetzungsstand in den Vordergrund, während der Globale Süden, auch aufgrund unterschiedlicher Startvoraussetzungen, einen geringeren Fortschritt aufweise. Ein weiterer Fokus lag auf dem deutschen Umsetzungsstand. Die Bundesrepublik bewege sich auf die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele zu und stehe auch im Vergleich zu den anderen Staaten der EU gut dar. Nichtsdestotrotz gebe es bei einigen Zielen Nachholbedarf. Gesondert wurden die Themen der Neuausrichtung globaler Lieferketten und globale Gesundheit durch Herrn Fink dargestellt. Das deutsche „Lieferkettengesetz“, das auf Grundlage der UN-Leitprinzipien zu Wirtschaft und Menschenrechten im Juni 2021 im Deutschen Bundestag verabschiedet wurde, wurde ausführlich diskutiert. Einig waren sich die Gäste, dass weiterhin Handlungsbedarf bestehe, das Gesetz allerdings das öffentliche Bewusstsein für die Problematik auf eine positive Weise fördere. Mit Blick auf die globale Gesundheit wurde insbesondere das dritte Nachhaltigkeitsziel „Gesundheit und Wohlergehen“ in den Fokus gerückt. Herausgestellt wurde, dass die globale Dimension von Gesundheit erst durch die Corona-Pandemie ins Bewusstsein gerückt und globale Gesundheit von zahlreichen Faktoren abhängig seien. Hierzu würden u.a. Artenschutz, wirt-schaftliche Entwicklung und Armut zählen.

Weitere Vorträge wurden von Richard Thonig, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Energiewende und Public Policy am Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung Potsdam (IASS), übernommen. Er konzentrierte sich zunächst auf das Thema „Innovationen für eine nachhaltige Energiewende“. Temperaturanstiege, die Zunahme von Extremwetterereignissen und die Anpassungsfähigkeit der Gesellschaft hin zu Innovationen sowie die Diskussion der Frage, welche Instrumente geeignet seien, um CO2-Emissionen zu sparen, spielten eine zentrale Rolle. Am Beispiel des Stromsektors und übergreifend auf das Vortragsthema „Energiesicherheit und Klimaschutz“ wurde von Richard Thonig erläutert, dass Wind- als auch Solarenergie die größten Potentiale zur Einsparung von CO2-Emissionen hätten.

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