Hilfen für Kinder und Familien in Risikolagen
Konrad-Adenauer-Stiftung würdigt Projekt "Zukunft für Kinder"
Die Konrad-Adenauer-Stiftung zeichnet die bundesweit besten Projekte, die sich auf lokaler Ebene mit der Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und Familien beschäftigen, aus. Auch das Düsseldorfer Projekt "Zukunft für Kinder", das sich der Kinder aus so genannten Risikofamilien annimmt, hält sie für vorbildlich. Stellvertretend für die beteiligten Ämter nahm Sozialdezernent Burkhard Hintzsche im Beisein von Gesundheitsdezernent Wilfried Kruse den mit 2.000 Euro dotierten Preis und die Urkunde am Dienstag, 15. Mai, im Jan-Wellem-Saal des Rathauses aus der Hand der Abteilungsleiterin Frauen- und Familienpolitik der Konrad-Adenauer-Stiftung, Christine Henry-Huthmacher, entgegen.
Die Beigeordneten Wilfried Kruse und Burkhard Hintzsche erhielten die Auszeichnungsurkunde von Christine Henry-Huthmacher, Abteilungsleiterin Frauen- und Familienpolitik der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung hält das Präventionsprojekt "Zukunft für Kinder" für ein besonders gutes Beispiel für familienstärkende Angebote auf lokaler Ebene. Zur Begründung führt Elisabeth Hoffmann vom Team Frauen und Familie der Konrad-Adenauer-Stiftung unter anderem an: "Das Projekt 'Zukunft für Kinder' setzt Methoden ein, die sich in anderen Ländern aufgrund umfangreicher Evaluationen bereits als erfolgreich erwiesen haben. Dazu gehört vor allem, dass es sich um ein niedrigschwelliges Angebot handelt sowie dass die schon bestehender Dienste vor Ort miteinander vernetzt und ihrer Qualität verbessert werden. Hinzu kommt die präventive Wirkung der Arbeit. Internationale Studien zeigen, dass es in der Arbeit mit sehr belasteten Eltern unerlässlich ist, diese in einer professionellen, individuellen, unbürokratischen und persönlich-freundschaftlichen Form kontinuierlich zu begleiten. Mit der Kontaktierung von Eltern schon in den Geburtskliniken und dem Angebot unbürokratischer Begleitung und Unterstützung geht das Projekt einen zukunftsorientierten Weg und setzt bei der Förderung von Eltern und Kindern in Deutschland neue Maßstäbe."
Dies erscheint umso wichtiger, da sich in der letzten Zeit die Meldungen häufen, dass Kinder die Vernachlässigung durch ihre - zumindest zeitweise - unterstützungsbedürftigen Eltern und durch die Gesellschaft manchmal sogar mit dem Tod bezahlen müssen.
Eltern brauchen Unterstützung in schwierigen Situationen
Experten konstatieren eine große Verunsicherung von Eltern aller sozialer Schichten hinsichtlich des Umgangs mit ihrem Kind. Wenn dann die Rahmenbedingungen für Elternschaft noch durch vielfältige Krisen und Belastungen gekennzeichnet sind, stehen die Chancen für die gesunde Entwicklung eines Neugeborenen nicht sehr gut. Unstrittig ist auch, dass Eltern in schwierigen Situationen der umfassenden Unterstützung bedürfen. Aber sowohl die Erfahrungen in Deutschland als auch in anderen Ländern - beispielweise Großbritannien - zeigen, dass diese Eltern nur schwer zu erreichen sind.
An dieser Stelle setzt nun das Düsseldorfer Projekt an: Über eine eigens eingerichtete Koordinierungsstelle werden während der ersten Lebensjahre für Kinder mit erhöhtem medizinischen und sozialen Risiko sowie deren Eltern eine individuelle Begleitung, Stärkung und Förderung sichergestellt. Dabei arbeiten Gesundheits- und Jugendamt beispielsweise mit Hebammen, dem Krankenhauspersonal und niedergelassenen (Kinder-)Ärzten zusammen, um die Eltern möglichst frühzeitig und ohne Druck erreichen zu können. Informationen zum Projekt "Zukunft für Kinder in Düsseldorf" gibt es im Internet unter www.duesseldorf.de, oder telefonisch bei der Geschäftsstelle der Düsseldorfer Gesundheitskonferenz, Telefon 0211-89-97013.
(15. Mai 2007)
Das Projekt "Zukunft für Kinder in Düsseldorf"
Zielgruppen sind Familien mit Säuglingen und Kleinkindern, die an einer chronischen Krankheit oder Behinderung leiden oder hiervon bedroht sind sowie psychosozial besonders belastete Familien. Darüber hinaus werden auch Kinder einbezogen, die aufgrund medizinischer oder sozialer Fragestellungen während der ersten ein bis drei Lebensjahre besonderer Beobachtung bedürfen.
Bei diesem Projekt haben sich verschiedene Anbieter miteinander vernetzt, um zum einen als Anwalt der Kinder diese unter anderem vor Misshandlungen zu schützen, aber auch den Eltern Hilfe anzubieten. So sind unter anderem alle Düsseldorfer Geburtskliniken an das Projekt angeschlossen. Wenn das Klinikpersonal mögliche Risiken erkennt, zum Beispiel wenn die Mutter noch sehr jung, suchtabhängig oder psychisch labil ist, gibt es - das Einverständnis der Eltern vorausgesetzt - seine Informationen an eine extra eingerichtete "Clearingstelle" weiter. Diese nimmt wiederum Kontakt zu den Eltern auf und bietet Hilfe und Beratung an. Die Teilnahme am Projekt ist freiwillig.
Jedes in das Programm aufgenommene Kind erhält ein so genanntes "Grünes Heft". Einmal im Monat finden kinderärztliche Vorsorgeuntersuchungen statt. Zu jeder der zwölf Vorsorgeuntersuchungen enthält das Heft eine herauszunehmende Karte, in die der Kinderarzt die Untersuchung dokumentiert. Eine zeitnahe Rücklaufkontrolle der vom Kinderarzt an die Clearingstelle zurückzusendende Karte dokumentiert, ob die Kinderarztbesuche tatsächlich stattfinden.