Veranstaltungsberichte
Frauen wird der Zugang zu politischen Ämtern durch zahlreiche Einschränkungen erschwert, wodurch eine gerechte politische Repräsentation und Entscheidungsfindung beeinträchtigt wird. Die Stärkung weiblicher Führungskräfte sollte deshalb schon auf der Ebene kommunaler Organisation ansetzen. Diesem Ansatz folgend, leitete die Koordinatorin zivilgesellschaftlicher KAS-Projekte in Costa Rica, Graciela Incer, am 14. März eine Veranstaltung zum Thema "Stärkung weiblicher Führungskräfte" in der indigenen Dorfgemeinschaft Quitirrisí. Im Verlauf der Veranstaltung anlässlich des Weltfrauentags am 8. März wurde auf praktische und interaktive Art die Sensibilisierung für allgemeine Gender- und Partizipationsthemen diskutiert, mit dem Ziel die zentralen Hindernisse für Frauen sowohl beim Zugang zu Führungspositionen als auch der Ausübung politischer Ämter zu benennen. Die in dem Workshop angewandten Lehreinheiten umfassten theoretische Kurzvorträge sowie dynamische, debattenorientierte Aufgabenstellungen.
Obwohl äußere Einflüsse das Leben innerhalb der Dorfgemeinschaft nachhaltig verändern und viele junge Menschen ihrer lokalen Heimat den Rücken kehren, um in der nahegelegenen Hauptstadt San José ihr berufliches Glück zu suchen, sind traditionelle Geschlechterrollen noch immer tief im Alltag der Menschen verwurzelt. Da viele der anwesenden Frauen das erste mal an einer solchen Veranstaltung teilnahmen und sich noch nie zuvor bewusst mit der Thematik auseinandergesetzt hatten, war es besonders wichtig, die Teilnehmerinnen mit dem Konzept der Geschlechterrollen und dem Unterschied zwischen Geschlecht und Gender vertraut zu machen. Das große Interesse der Frauen und ihr engagiertes Mitwirken an dem Workshop lässt vermuten, dass die Stiftung mit dieser Veranstaltung einige wichtige Denkanstöße liefern konnte.